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Zuwanderer willkommen heißen
Zuwanderer willkommen heißen
IHK-Neujahrsempfang: Werben um junge Spanier / Land will Rheinquerung unterstützen

IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Peter Mengele, Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid, Beim IHK-Neujahrsempfang: IHK-Präsident Bernd Bechtold und Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Foto: Fränkle
Fachkräftemangel, Verkehrsinfrastruktur und Energieversorgung sind aus Sicht des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK), Bernd Bechtold, zentrale Herausforderungen für die Unternehmen in der TechnologieRegion Karlsruhe. Beim IHK-Neujahrsempfang formulierte denn Bechtold am Montag, 9. Januar, im Kongresszentrum vor über 1.500 Gästen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens mit Nachdruck seine Forderungen an die Landesregierung und verwies auf eigene beispielgebende Initiativen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Gastredner war der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft, Nils Schmid. Er sicherte Unterstützung für die zweite Rheinquerung zu.
"Wohlstand entsteht immer entlang von Verkehrswegen", und gerade bei der Infrastruktur "müssen und können wir besser werden", unterstrich Bechtold. Als vordringliche Projekte nannte der IHK-Präsident den Rastatter Tunnel, die Autobahnanbindung des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden und die zweite Rheinbrücke, die von "der Mehrheit der Menschen in der Region" gewollt werde. Schmid sagte zu, sich für den Bau des Rastatter Tunnels "engagiert" einzusetzen. Auch das Verfahren für die zweite Rheinbrücke werde "wie geplant" durchgeführt, die zweite Querung unterstützt.
Der Südwesten habe sich "arm an Rohstoffen, aber reich an Ideen" an die Spitze "getüftelt", wobei gerade der Mittelstand für "den Wohlstand unseres Landes sorge", betonte Schmid. Deshalb verdiene der Mittelstand, der 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschafte und 80 Prozent der Ausbildungsplätze stelle, besondere Unterstützung.
Bei der Ausbildung und Fachkräftegewinnung spitze sich die Lage aber immer mehr zu, sagte Bechtold. So habe es im aktuellen Ausbildungsjahr zehnmal so viele Lehrstellen wie Ausbildungssuchende gegeben. Die IHK Karlsruhe versuche mit innovativen Projekten gegen zu steuern. Die beispielgebende Initiative "Wirtschaft macht Schule" hat sich dabei zu einem Erfolgsmodell entwickelt, bei dem die 135 Schulen in der Region Partnerschaften mit derzeit 409 Unternehmen eingegangen sind, um Schülerinnen und Schülern rechtzeitig Orientierung für die Berufswahl geben zu können. Aktuell führe die IHK intensive Gespräche mit spanischen Regierungsvertretern über die Zuwanderung von jungen Spaniern, in deren Heimat hohe Jugendarbeitslosigkeit herrsche. Noch im Frühjahr sollen die ersten Interessenten sechsmonatige Praktika in hiesigen Unternehmen absolvieren, die dann in eine Ausbildung münden können. "Das ist gelebtes Europa", sagte Bechtold. Für eine qualifizierte Zuwanderung müssten "die Mauern fallen", müssten sich die Zuwanderer "willkommen fühlen".
