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Neues „Fest“-Konzept besteht Praxistest
Neues „Fest“-Konzept besteht Praxistest
Der Zuschauerhügel in der Karlsruher Parkanlage
(Karlsruhe) Der Neustart scheint geglückt zu sein: 150.000 Besucher an den ersten beiden Tagen, weniger Gedränge, entspanntere Stimmung, und Musik von Reggae über Rock bis Klassik. Das im vergangenen Jahr gerade noch vor dem Aus gerettete Open-Air-Spektakel «Das Fest» ging am Wochenende mit neuem Konzept in Karlsruhe über die Bühne. Die Bewohner der Fächerstadt freuten sich, dass ihr größtes Musik-Festival unter freiem Himmel gerettet wurde und ließen sich weder vom erstmals verlangten Eintrittsgeld abschrecken, noch von dunklen Regenwolken.
Zum Auftakt am Freitagabend bestand die adäquate Festkleidung noch aus Gummistiefeln und Regencape. Durch Schlamm und tiefe Pfützen mussten sich Fans des deutschen Soul- und Reggae-Sängers Jan Delay kämpfen - was jedoch viele taten: 50.000 Menschen kamen, eine ganze Kleinstadt.
Jan Delay in Karlsruhe«Ihr seid echt ein imposanter Fleischberg», staunte dann auch der Musiker. Der große Hügel in der Karlsruher Parkanlage, in der «Das Fest» seit jeher steigt, bildete die Zuschauerränge. Dicht gedrängt standen die meist jungen Leute, um den extravagant gekleideten Sänger zu sehen und zu hören. In pinkfarbenem Hemd, mintgrünem Anzug, weißem Hut und Krawatte sowie einer großen Sonnenbrille fegte Jan Delay über die Bühne und wechselte von Discoklängen zu Soul, Pop und Reggae. Seine drei Backgroundsängerinnen in knappen goldenen Kleidern hüpften barfuß herum und begeisterten die Zuschauer nebenbei mit gekonnten Tanzeinlagen.
Mehrere hundert Künstler traten bis zum Sonntag auf den fünf Bühnen auf - auf der Hauptbühne unter anderen Ärzte-Sänger Bela B, die deutsche Gruppe Stanfour («For all lovers»), die britische Indie-Rock-Band Editors und die Sechs-Mann-Combo Monsters of Liedermaching mit mehr als derben deutschen Texten.
Doch nicht nur die Hauptbühne war gut besucht, auch auf dem übrigen Festgelände zählten die Veranstalter am Freitag und Samstag insgesamt rund 50.000 Menschen. Am Sonntag standen auf der Hauptbühne schließlich klassische Musik auf dem Programm, die ebenfalls rund 25.000 Menschen anlockte, danach die SWR Big-Band zusammen mit afrikanischen Künstlern und zum Abschluss der deutsche Reggae-Sänger Gentleman. Am letzten Tag war in alter «Fest»-Tradition dann auch der Eintritt wieder überall kostenlos.
Quelle: dpa/lsw
